Klettern
In diesem Artikel sollen einige einfache Techniken beschrieben sein, wie mensch ohne allzu großen Aufwand überall dort raufkommt, wo keine Treppen oder Leitern zur Verfügung stehen.
Ganz wichtig: Achtet immer auf eure Sicherheit! Keine dieser Techniken solltet ihr außerhalb einer sicheren Absprung-Höhe zum ersten Mal ausprobieren. Fragt im Zweifel immer Menschen, die ausreichende Kletter-Erfahrung haben. Wenn ihr euch unsicher seid, lasst es im Zweifel lieber sein. Nutzt insbesondere schwierigere Techniken ausschließlich dann, wenn ihr euch sicher seid, dass ihr auch in stressigen Situationen (Nazis, Cops, ...) einen kühlen Kopf bewahrt und euch ordentlich sichern könnt ohne lebensbedrohliche Fehler zu machen.
Erkundigt euch insbesondere auch zum Thema Hängetrauma schon vorher und geht bei allen Techniken sicher, dass ihr euch nicht in ungünstige Lagen begebt, aus denen ihr alleine nicht mehr rauskommt. Das gilt noch viel mehr, falls ihr in der betreffenden Situation zB nicht die Polizei rufen wollt!
Für tiefergehendes Wissen, insbesondere auch zum Bauen von Strukturen in der Höhe, empfehlen wir euch, zB mal hier vorbeizuschauen: Reader mit technischen Methoden aus dem Danni (Waldbesetzung)
Für sicheres Aktionsklettern mit anspruchsvolleren Methoden, möchten wir euch sehr den Besuch eines (idealerweise mehrtägigen) Aktions-Kletter-Trainings ans Herz legen.
Gefahren beim Klettern
Klettern kann in vielen Aktionen sehr hilfreich sein, gleichzeitig ist es eine Technik, die mit besonderen Gefahren einhergeht. Beschäftigt euch vor jeder Form von Kletter-Aktion vorher mit den Sicherungstechniken und möglichen Gefahren! Auch Kletterei in niedriger Höhe kann lebensgefährlich werden, Stichwort Hängetrauma. Bitte klettert niemals allein und überlegt euch vorher, was ihr macht, falls etwas schiefgeht.
Erkundigt euch bei erfahrenen Menschen und seid lieber einmal zu vorsichtig als zu unvorsichtig.
Tapen oder "Wie komme ich auf einen Baum/Laternenpfahl rauf?
Um an einem glatten Stamm (oder Säule/Laterne) raufzuklettern, benötigt ihr 2 Bandschlingen (das sind diese Schlingen, die die Form eines Rings haben) (am besten dicke Transportschlingen), deren Umfang mindestens 2x der Säulen-Umfang + etwa 30cm ist. Außerdem braucht ihr einen Klettergurt (am besten einfach einen klassichen Sportkletter-Gurt (Beckengurt mit 2 Beinschlaufen)) und einen Schraubkarabiner.
Bei glatten Säulen unbedingt vorher testen, ob die Reibung ausreicht oder ihr die Schlingen doppelt nehmen müsst (dann entsprechend minimale Länge der Schlinge = 4x Säulenumfang + 30 cm)
Leg die erste Schlinge um die Säule/ den Stamm. Dann schiebe das eine Ende durch das andere Ende, sodass das erste (durchgeschobene) Ende in Form einer kleinen Schlaufe runterhängt. An dieser Stelle kannst du auch einmal testen, ob diese Konstruktion bei Zug nach unten verrutscht oder hält.
Mache selbiges etwas weiter oben oder etwas weiter unten mit der zweiten Bandschlinge. Sichere dich in der oberen Bandschlinge, indem du mit einem Karabiner die herunterhängende Schlaufe der oberen Bandschlinge mit der Sicherungsschlaufe deines Gurts verbindest.
Wenn du jetzt mit einem Fuß in die untere herunterbaumelnde Schlaufe trittst, zieht sich die untere Bandschlinge so um die Säule zu, dass du aufstehen kannst. Die obere Bandschlinge, die zu diesem Zeitpunkt nicht belastet wird, kannst du mit den Händen nach oben schieben und dich anschließend wieder setzen. Sobald du dich setzt, zieht sich die obere Banschlinge wieder zu, worduch du durch diese gehalten wirst und die untere Banschlinge wieder entlasten kannst. Diesen Vorgang widerholst du so oft, bis du an der gewünschten Höhe angelangt bist.
Viel Erfolg!
Raupen oder "Wie komme ich ein Seil rauf?"
Funktioniert im Prinzip genau so wie tapen (siehe oben). Allerdings nutzt ihr anstelle der Banschlingen kürzere Schlingen aus dünner Reepschnur (ca 7mm dick). Diese legt ihr (je nach Dicke des Seils und eurer Schlinge 2 bis 4 mal um das Seil, wobei ihr bei jedes Mal das Ende eurer Schlinge mit dem Knoten durch das andere Ende ohne Knoten. Testet vorher gut, ob euch die Schlinge auch unter eurer vollen Körperlast hält und nicht anfängt zu rutschen.
Vorhandene Strukturen nutzen
In ganz vielen Fällen stehen irgendwo in der Nähe sowieso Baugerüste oder Feuertreppen rum. Es kann sich lohnen, auch mal die Rückseite von Gebäuden oder direkt angrenzende Nachbargebäude anzuschauen. Öffentliche Gebäude haben oftmals Möglichkeiten, von innen ans Dach zu kommen und durch Luken etc. aufs Dach zu treten.
Add-On: Bierkisten stapeln
Diese Methode eignet sich vor allem dann, wenn ihr Höhen überwinden müsst, die knapp über der Reichweite einer handelsüblichen Räuberleiter liegen.
Vorraussetzung dafür ist, dass die Bierkästen auf geradem Untergrund stehen, wenn das nicht der Fall ist, lassen sich teils nur bis zu 3 Kisten sicher übereinanderstapeln.
Dann sollten sie in greifbarer Nähe zu etwas sein, an dem Mensch sich festhalten kann und im besten Fall noch 1-2 Menschen unten stehen, die den Turm festhalten.
Wenn ihr genug Zeit habt, könnt ihr den Bierkastenturm auch am Boden mit Kabelbindern zusammenbinden und dann erst aufstellen, damit mehr Stabilität drin ist, so könnt ihr den Turm gegebenenfalls dann auch (aufs Dach) hochziehen, wenn nicht auffallen soll, dass jemensch da war.
Unbedingt Getränkekisten nehmen, die große Löcher an den Seiten haben, um Halt zu haben!
Getränkemärkte leihen die leeren Kästen einfach so aus, je nachdem geben die aber nicht mehr als 5-10 auf einmal her, dann klappert einfach mehrere Märkte ab.
Achtung: Auch bei festem Untergrund wird diese Methode bei größeren Höhen sehr schnell wackelig. Übt das Stapeln vorher und überlegt euch gut, wie hoch ihr ohne Eigen-/Fremd-Gefährdung bauen könnt. Die Verfasser*innen dieses Texts empfehlen Höhen von maximal 2-3 Metern.
Add-On: Wenn nichts anderes hilft oder Die Hebebühne
Wenn nichts mehr hilft, hilft die Hebebühne. Mit einer handelsüblichen Teleskop-Mast-Arbeitsbühne mit Arbeitshöhe bis max. 15 Meter kommt ihr problemlos auf die meisten Dächer der Republik. Die angebotene PSA (Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz braucht ihr in den meisten Fällen nicht, weil eigene Gurte viel preiswerter sind).
Solche Hebebühnen sind je nach Datum & Ort für 200-400€ am Tag zu bekommen. Bedenkt, dass je nach Aktion der Verleih die Hebebühne nach getaner Arbeit am Aktionsort abholen muss und das den Leihenden in Rechnung gestellt werden kann (entweder pfändungsbereit sein oder solidarisch etwaige Mehrkosten tragen). Fürs Ausleihen wird ein gültiger Führerschein benötigt.
Was sollte ich beachten: + Hebebühnen brauchen unterschiedlich lange, um ihre Stützen seitlich auszufahren. Vorher ausprobieren und ehrlich überlegen, ob ihr die Zeit habt + Die meisten Hebebühnen können auch ihren Ausleger/Korb nur bei laufendem Motor bewegen. Der sollte also während der Aktion nicht einfach ausgestellt werden können. Es empfiehlt sich eine Fahri-Person, die sich gleich zu Beginn im Fahrzeuginneren einschließt und dafür Sorge trägt, dass der Motor an bleibt. + Die meisten Hebebühnen haben außen eine Notsteuerung. Über diese kann der Korb auch von unten gesteuert werden. Wenn diese Notsteuerung von Dritten (Passanti, Cops, ...) während der Aktion bedient wird, ist das erfahrungsgemäß sehr ärgerlich. In der Vergangenheit kam es bereits vor, dass diese bspw. durch Sekundenkleber verklebt war und sich vor Ort nicht mehr öffnen ließ. Wo der Kleber herkam, weiß leider bis heute keine*r... + Die Verfasser*innen dieses Texts sind davon überzeugt, dass vergleichbare Aktionen (vA an besonders bewachten Orten) besonders erfolgreich werden, wenn alle Beteiligten Warnwesten und Bauhelme tragen.
Wir wünschen viel Vergnügen!
Und wie ist das jetzt mit diesen Baukränen?
Baukräne stellen immer wieder eine hübsche Möglichkeit dar, um Botschaften auf Bannern über der ganzen Stadt zu spreaden.
Zutaten:
min. 1 Person (Klettererfahrung zwingend vorausgesetzt!)
min. 1 Gurt mit Cowtail (oder 2 langen Bandschlingen mit Schraubern)
min. 1 Banner (mit Beschwerung unten (!) und Windlöchern (!), außerdem eingebunden mit reißfester Schnur zur Befestigung)
1 Rucksack zum Transport für das Banner
Anleitung Schritt für Schritt:
1. Kran vorher gut anschauen, mögliche Kameras und andere Schwierigkeiten ausmachen
2. Zeug packen
2.1 Bandschlingen in Gurt einbinden
2.2 Banner ordentlich unten in Rucksack falten (am besten so, dass ihr es gleich von der richtigen Seite aus aus dem Rucksack holt)
2.3 Gurt oben drauf in Rucksack (Achtet unbedingt darauf, dass der Rucksack insgesamt nicht zu dick wird, ihr müsst mit dem Rucksack auf dem Rücken durch enge Falltüren passen!)
3. In unauffälliger Kleidung zum Aktionsort (falls ihr euch vermummen wollt, tut das frühestens wenn ihr dort seid um vorher nicht aufzufallen)
4. Auf das Baustellen-Gelände gehen. Sucht euch eine möglichst uneinsehbare Stelle, an der ihr unter/über den Zaun kommt (also wenn da ein Zaun ist, dann klettern wir da natürlich nicht drüber - das könnte ja sonst evtl. einen Hausfriedensbruch (Straftat!) darstellen). Auf Baustellen-Gelände immer gut aufpassen - hier liegen gerne Dinge rum oder es öffnen sich einfach so tiefe (teils mit Wasser gefüllte) Gruben und wir wollen ja eigentlich rauf und nicht runter.
5. Unten in den Baukran reinklettern. Eigentlich alle Kräne haben eine Leiter in ihrem Inneren, die von unten nach oben führt. Es gibt dabei Kräne mit relativ vielen, schrägen Leitern, zwischen denen ihr immer kurz auf einer Ebene die Leiter wechseln müsst oder Kräne mit wenigen (so 1-3) Leitern, die quasi aufrecht stehen. Letztere sind häufiger in kleineren Kränen (ohne Häusschen oben drauf) und sind beim Beklettern oft ziemlich laut (es klappert). Ihr könnt die Leitern ungesichert raufklettern. In manchen Fällen sind zwischen den einzelnen Leitern so kleine Falltüren: Die könnt ihr einfach vorsichtig aufdrücken (Achtung: sehr laut wenn die unkontrolliert auf- oder zufallen!).
6. Oben angekommen müsst ihr auf den Ausleger klettern. Bei großen Kränen (mit Häusschen oben drauf) geht das meistens völlig unkompliziert (oft ist da einfach ein Steg sogar mit Geländer), bei kleinen Kränen müsst ihr teils durch relativ enge Lücken zwischen den Kranstreben klettern (es kann helfen, den Rucksack auszuziehen und an einem Karabiner zwischenzulagern). Ab hier empfehlen wir euch dringend, euch zu sichern (euren Gurt anziehen und ab dann zu jedem Zeitpunkt eine Verbindung zwischen einer sicheren Struktur des Krans und der Anseilschlaufe eures Gurts haben, Schraubkarabiner zudrehen).
7. Auf dem Ausleger könnt ihr euch unterschiedlich fortbewegen: Entweder ihr lauft außen auf einer der beiden unteren Streben des Krans (Ausleger bilden eig immer ein Dreieck wobei zwei Streben unten rechts & links und eine oben in der Mitte läuft - ihr sichert euch oben und lauft auf einer der beiden unteren Streben außen entlang). Teilweise gibt es dafür auch einen Metallsteg direkt neben einer der beiden Streben, der extra zum drauf Laufen gemacht ist. Teils sind auch Stahlseile außen am Kran befestigt, die sind extra zum Sichern da. Alternativ könnt ihr innen durch den Kran klettern. Sichert euch dafür entweder an den äußeren schrägen (oder der oberen mittleren) Strebe/n. Teils könnt ihr euch auch an in der Mitte des Auslegers verlaufenden Stahlseilen sichern. Geht dafür unbedingt sicher, dass die euch im Notfall auch bei einem Sturz halten würden.
8. Banner befestigen an einem Ort eurer Wahl. Achtung: Oben geht ein ganz schöner Wind! Es empfiehlt sich, erst eine Seite des Banners am Kran zu befestigen, dann langsam vorsichtig das restliche Banner aus dem Rucksack zu lassen (dabei weiterzugehen in die Richtung in die das Banner hängen soll) und es dann mit einem Schiebeknoten wieder am Baukran zu befestigen. Banner an Kränen hängen immer etwas durch, das gehört dazu.
9. Aussicht genießen!
10. Denselben Weg zurück, schlafen gehen
Was wir euch noch mitgeben wollen: + es wurden bisher erst sehr selten Menschen bei dieser Aktionsform erwischt. Nehmt euch Ruhe und Zeit, um keine sicherheitskritischen Fehler zu machen. Bis das Banner hängt, seid ihr von unten de facto gar nicht zu sehen - solange ihr leise seid, ist das Risiko erwischt zu werden fast gleich Null. Es lohnt sich also, sich Zeit zu nehmen, um leise & sicher zu sein. + falls ihr doch mal erwischt werden solltet, liegt der Erfahrungswert beim Vorwurf Hausfriedensbruch (wurde aber bislang immer eingestellt) und Entfernungskosten für das Banner ca. 200-800€ je nach Aufwand/Höhe des Krans + Es lohnt sich sehr, vorher jeden Handgriff einmal durchgedacht zu haben, um zu wissen, wann ihr was wie genau macht. So vermeidet ihr nervige Fehler (es ist zum Beispiel super ätzend oben auf einem Baukran ein Banner nochmal komplett neu sortieren zu müssen, haben wir gehört) + aus Sicht der Repressionsvermeidung kann es sich lohnen, alleine auf einen Kran zu gehen. Wahre Revolutionsromantik erlebt ihr natürlich am besten gemeinsam :) + Kräne können richtig hoch sein. Je nachdem empfehlen sich Schriftgrößen von min. 1 Meter Höhe für wirklich höhe Baukräne, damit die Inhalte überhaupt lesbar sind. Es empfiehlt sich zudem, mit echten Foto-Kameras Bilder zu machen/machen zu lassen (und zwar am nächsten Morgen sehr früh - so Banner hängen oft nicht lange).
Gutes Klettern!